Archive for the 'Report' Category
EU-Wahlzettel
Freitag, Mai 15th, 2009Schloss Bellevue heute abend.
Mittwoch, März 11th, 2009Was war da los? Heute, nach 18:00, am Schloss Bellevue in Berlin:

Ein Fackelzug aus Soldaten läuft vor und baut sich vor dem Schloss auf.
- Sind es MarineSoldaten? Oder haben auch andere weiße Mützen?
(Bild leider verwachelt!)

Eine Stunde lang fahren dicke Limousinen vor. (more…)
Happy Halloween… ;-]
Mittwoch, Oktober 15th, 2008
…Werbung in der Citibank…
Die Demo vom 11. Oktober 2008 Berlin
Sonntag, Oktober 12th, 2008SuperWetter war das für eine Demo!
Hier ein paar Bilder:
Am Alex sammelte man sich und wanderte dann zum Brandenburger Tor. U.a. sprachen ein Vertreter der Ärzteschaft gegen die “Gesundheitskarte” sowie die Freundin des Soziologen, der letztes Jahr unverschuldet in die Mühlen von §129a geriet.
http://annalist.noblogs.org/post/2008/10/10/freiheit-statt-angst
http://www.stoppt-die-e-card.de
Zu den Veranstaltern gehörten neben dem AK-Vorratsdatenspeicherung auch die Grünen, die Linkspartei und die FDP(!)…
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/264/1/lang,de/
Und insgesamt war es auch sehr friedlich! Nervig waren nur die Hunde, die von Polizisten geführt hie und da ziemlich laut herumgekläfft haben. War das nötig? Aber ansonsten waren die Polizisten, anders als bei anderen Demos, wo ich schon war, im Großen und Ganzen sehr freundlich und hielten sich zurück.
Diverse Eindrücke:

Ströbele radelnd
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Die “Datenkrake”, die bei der Demo mitgeführt wurde.

…und die “kleine Krake”…
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kläffkläff!
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dem deutschen Volke..
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…und was ist das?

Komisches Ding… Tv-Übertragung?
??
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…und linx zwei drei…
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nach Hause mit Mond…
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Mehr Fotos gibt’s hier auf diesen Seiten:
http://ptrace.fefe.de/demo2008/
http://musall.de/photos/demoakvorrat_081011/
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Empörend aber war die Berichterstattung in ZDF-”heute”. Die Demo wurde nur kurz erwähnt im Zusammenhang mit dem Telekom-Skandal und außerdem die Teilnehmerzahl mit 15.000 angegeben. Laut Veranstalter aber waren es 100.000. Als Mitmarschierer kann ich zumindest sagen, dass der Zug wirklich seehr lang gewesen ist… Und natürlich wurde die Telekom erwähnt, mehrfach. Aber selbstverständlich ging es noch um mehr - um die Gesundheitskarte, den §129a, Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung, RFID, Steuer-ID….etc… und vor allem auch die Vernetzung von all dem in riesigen Datenbanken…
Ebenfalls wies ein Redner darauf hin, was im allgemeinen Finanz-News-Tsunami eher untergegangen ist… Letzte Woche wurde ein Gesetz verabschiedet, das den Einsatz der Bundeswehr im Innern erlaubt! (und zwar nicht nur bei Katastrophen…) http://www.hintergrund.de/content/view/271/63/
(ist aber noch nicht ganz durch… man darf noch hoffen)
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PS: …am Rande gesehen:

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…und auf dem Weg zum Alex ein Blick auf die Reste des Republikpalastes:
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PS… Soll man sein Geld abheben? Oder schadet man damit nicht erst recht dem System? Nun, der Kleinkunde ist eh der letzte, der von allem was mitkriegt. Bei aller Liebe zu unseren tapferen Banken… aber die Leute (zumindest aus D.), die jetzt versuchen, bei der Kaupthing-Bank was abzuheben, haben leider Pech! So wie auch die Dame, die neulich bei der Maybritt Illner Talkshow erzählte, dass sie 20.000€ verloren hat, weil sie bei der “supersicheren” Lehmann-Bank angelegt waren…
http://www.kaupthingedge.de/Kaupthing-Edge/Announcement
–> Eine Einschätzung der Lage:
…und was Oskar sagt:
http://www.youtube.com/watch?v=z-Rg1IVasVw
Allerdings ist auch zu Hause gelagertes Geld der Inflation ausgesetzt… wahrscheinlich sollte man es bald in lagerfähige Nahrungsmittel umsetzen…
Besuch im Kanzleramt…
Montag, August 25th, 2008… war heute nicht untätig und habe mir Zugang zum Bundeskanzleramt verschafft.
Nun, achso, ja… es war “Tag der offenen Tür”, was die Sache vereinfachte ![]()
Außerdem kam es noch zu einer Begegnung der 3. Art…
Das Wetter war wieder mal beschissen – aber vielleicht war es so nicht ganz so voll, wie es hätte sein können…
Viel zu erzählen gibt’s nicht. Drum lassen wir ein paar Bilder Sprechen:

Ouch, wer mit solchen Bildern wirbt, gehört eigentlich bestraft…


(aber augenausstechende, terroristische Regenschirme waren erlaubt!! Ich sah einige Leute knapp der Erblindung entgehen!)

Anstehen im Regen… aber es ging erstaunlich schnell.

Im Inneren des Geländes gab’s noch ein Zelt mit den Metalldetektor-Rahmen, wie wir sie schon vom Obama-Besuch kennen. Wenigstens waren die Leute hier schnell und freundlich.

Der Vorplatz mit dem aus Bonn importierten Kunstwerk

Und rein geht’s!
Ein paar Innenansichten:




der angeblich “größte” Saal des Hauses - eigentlich recht zierlich.

Die Iren, meine Freunde

Was das wohl ist?

Aha.

Schon kaputt, der Fussboden!

Den sollte man mal auslesen

Hier schwingt man Reden

Filmvorführung gabs auch

Ugh.

Kunstwerk, das die Deutsch-Amerikanische Freundschaft beschwört.

Recht viel Platz beanspruchten im Erdgeschoß die Vitrinen mit den diversen mehr oder weniger häßlichen Staatgeschenken. (nun, was will man auch sonst damit machen! Aber der Besucher fragt sich, ob man nicht sinnvolleres hat zum Ausstellen? - der Hirsch gefiel uns aber recht gut.)

Abgesperrt!

Alles unter Kontrolle

Hier gehtz raus in den Park

Kunst im Bau (sozusagen)

weiß jemand, was es damit auf sich hat?

Hubschrauber zum Angucken

Blick auf die Rückseite

Huh, so viele Leute? Was da wohl los ist?

Aha!





Har!

Nun geht’s wieder nach Hause

Blick von der Brücke

Was machen die da?

Und raus!

Die Garderobe, wo wir nun unsere Nagelfeilen und Boxcutter wieder abholen können.
Der Link ins Web:
www.einladung-zum-staatsbesuch.de
Es gab noch viele andere schöne Dinge, die man heute in der Stadt hätte machen können - z.b. eine Begegnung mit Innenminister Schäuble oder die Vorführung neuer Bundeswehr-Uniformen im Verteidigungsministerium, oder den Flug- und Schiffssimulator im Verkehrsministerium…
Aber da es alles länger gedauert hatte, und wir müde und sehr nass vom Regen waren, haben wir’s für dieses Mal beim Kanzleramt belassen.
Der “Tag der Offenen Tür” (genauer die 2 Tage der offenen Tür) ist heute vorbei. Aber nächstes Jahr gibt’s ja bestimmt wieder einen! (wenn es die Weltlage zuläßt, nä)
Ausflugstip: “Honeckerbunker”
Mittwoch, August 13th, 2008Bunker 5001/Honeckerbunker bei Prenden/Wandlitz…
Vielleicht habt Ihr’s ja im TV gesehen oder in der Zeitung gelesen: Der sogenannte “Honeckerbunker” ist noch bis Ende Oktober zu besichtigen. Dann wird er leider verschlossen, weil mal wieder kein Geld da ist.
Der Ausflug dorthin hat sich durchaus gelohnt, wenn man auf solche Sachen steht (irgendwie mag ich alles, was unterirdisch ist): Zwei Stunden im DDR-Bunker, inklusive Führung durch die interessantesten Räume. Der Erhaltungsgrad ist so mittelmäßig, weil leider schon viel rausgeschlachtet worden ist. Außerdem hat jemand mal Wasser laufen lassen, so ist das ganze Teil nass geworden. Und weil das Trocknen viel zu teuer wäre und die Temperatur nun auf etwa 10 °C gesunken ist, sprießt weißer Schimmel wo immer er Halt findet und es liegt ein allgegenwärtiger Muff in der Luft. Sehr schade. Vor allem, wenn ich mir vorstelle, dass nach dem Verschließen des Bunkers es bestimmt munter weiter gammeln wird. Das besondere an diesem Bunker ist, dass er aus sozusagen frei schwebenden Metallkisten besteht, die durch ihre Aufhängung auch schweren Erschütterungen standhalten. Schon sehr aufwendig! …ist schon bizarr, welchen Aufwand man getrieben hat, um ein paar Leute 14 Tage länger am Leben zu halten, wenn der Rest des Landes im Atomdunst versinkt!
Sehr nett aber ist die Blümchentapete und der geblümte Duschvorhang in der Dekontaminationsdusche - wie überhaupt der noch vorhandene Rest der Inneineinrichtung sehr hausbacken aussieht… (Viel Spanplatte, Resopal, Plaste und DDR-Standartmöbel)
Trotz Führung mit 20 Leuten fällt die Stille da unten auf. Könnte es sein, dass mein allgegenwärtiger Brummton im Ohr hier in 25 Meter Tiefe weg gewesen ist? Leider konnte ich der Sache nicht weiter nachgehen. Denn genug Zeit, mal innezuhalten hat man auf dieser Tour eher nicht. Fast ging es mir zu schnell und wie leicht verliert man den Anschluss an die Gruppe, weil man noch ein Foto schießen will oder noch einen interessanten Raum in einem Winkel entdeckt hat, in den man noch hineinleuchten muss…
Und, ganz passend, als wir hineingingen, schien die Sonne, als wir rauskamen, regnete es.
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Fotos
Schön war, dass man fotografieren durfte (ich machte etwa 250 Bilder), unschön ist, dass man die Bilder nicht veröffentlichen darf… selbst meine harmlose Webseite gilt als “veröffentlicht”. So gibt’s leider keine richtige Fotoreportage. Ich nehme an, das hat weniger mit alter Geheimhaltung als mit neuer Rechteschacherei zu tun … denn es ist eine große Dokumentation in Vorbereitung. Vielleicht möchten die Leute damit Geld verdienen und fürchten, meine harmlosen, unscharfen Bilder könnten den Profit schmälern?
Ich würde ja eher das Gegenteil vermuten - die Bilder würden Appetit auf mehr machen. Deshalb hier ein aus dem Web importiertes Bild:

(Zustand leider nicht mehr ganz so perfekt)
Bild stammt von diesem Artilel zum Thema
Buch, das ich (in Neuauflage) erwarb
Nun, wie dem auch sei, sollte es etwas Profit geben bei der Sache, so ist es dem Verein schon zu gönnen – soviel Arbeit wie die da rein gesteckt haben. Dem aktuellen Besitzer, dem Land Berlin, ist es leider nichts wert, den Bunker als Museum oder Gedenkstätte zugänglich zu halten. Nun wird er also ersteinmal verschlossen – auch mit der Absicht, dass er nur so vor weiterer Plünderung bewahrt werden kann. Ein ähnlicher Bunker des Westens bei Bonn wurde kürzlich auch geschlossen – und sogar gesprengt, glaube ich… (Immer keine Spuren hinterlassen wollen, tzzzk! [aber bestimmt heimlich neuer+größer+teurer neu bauen!])
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Also nur ein paar Bilder aus der Peripherie:


Die Zufahrt zum Gelände. Aber dahinter muss man noch ein gutes Stück laufen.
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In diesem Haus lag der “offizielle Zugang” zum Bunker Jetzt liegt er im Wald versteckt
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Die Garagen

Blick hinein
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Schilder:





Wo ist das Vorfahrtschild?

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Gebäude:







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Komischerweise kenne ich folgende drei Elemente auch von einem ehemaligen Nazi-Munitions-Bunker-Gelände im Westen:

Zacken…

Deutsches…

Schäferhund
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Erreichbarkeit:
Ungünstig ist, dass der Bunker 5001 ohne Auto oder Hubschrauber beschissen zu erreichen ist. Erst fährt man mit der Bahn von Berlin bis Bernau, was noch sehr flott geht, dann fährt man eine Stunde lang riesige Umwege mit dem Bus bis Prenden, um dann noch 15 - 30 Minuten durch die Pampa zu stiefeln, bis man endlich da ist (auf der Webseite ist von 15 Minuten Fußmarsch die Rede – halte ich für zu kurz bemessen, wenn man den Weg noch suchen muss und noch ein wenig links und rechts des Weges schielen will. Ich brauchte ziemlich exakte 25 Minuten vom Bus bis zum Bunker).
Mit dem Auto geht es wahrscheinlich sehr schnell von Bernau aus. Ich denke, es sind etwa nur 16 km.
Oder so: http://maps.google.com
Noch bis zum 31.10. kann man den Bunker besichtigen:
- Die “Standart Tour” kostet 20 € und dauert 2 Stunden. Ist zwar nicht ganz billig, aber ich bin schon auf schlechten Konzerten zu dem Preis gewesen, nä.
- Dann gibt es die 4-stündige “Tough Guy”-Tour. Der Preis von 100€ ist allerdings unangenehm und außerdem fängt diese Führung immer erst um 15:00 an, was bedeutet, dass es keinen Bus mehr zurück nach Berlin gibt! Und im Bunker übernachten - dazu waren mir die dortigen Liegen dann doch zu verschimmelt.
- Und seit neuestem gibt es auf der Webseite auch die “Tour mit Geschichtsvortrag”, kostet 80€. Bestimmt auch reizvoll, aber war neulich noch nicht angeboten.
- Dann gibt’s noch Touren auf Englisch.
Anmeldung hier im Web:
(Achtung, viele Tage sind schon ausgebucht!)

He’s a Popstar - Obama in Berlin, 24.7.2008
Freitag, Juli 25th, 2008
Gestern hab ich mir dann mal den Herrn Obama aus der Nähe angesehen.
Und ich gehöre eher zu den Skeptikern - also nicht, dass ich McCain für das bessere Übel halte, aber ich denke, bei Obama sollte man einfach nicht zuviel erwarten, ich glaube, sehr viel wird sich nicht ändern.
Heute/gestern also DIE Gelegenheit, ihn sich mal aus der Nähe anzusehen.
Die Aufbauten liefen schon seit vorgestern und der “Große Stern” hatte ab 16:00 Uhr geöffnet fürs Publikum. Nun hatte ich aber wirklich keine Lust, so lange zu warten. Die Rede soll ja erst um 19:00 starten, und so ein Fan bin ich ja nicht.
Ich also mache mich dann um kurz vor 18:00 auf den Weg, befestige das Radel beim Schloß Bellevue und gehe dann zu Fuß weiter…

Schon sind die Strassen abgesperrt, hier kommt man nur als Pressefritze durch (die weißen Zelte am Rand sind für die Media-Akreditierung)
Der Rest muss durch den Tiergarten.


Puh, es ist hier verdammt eng und voll! Erinnerungen an das elende Live-Aid 2005-Gequetsche! Außerdem auch Rockmusikklänge… erinnern wir uns, bei Bush senior vor wenigen Wochen klang es gediegener.

Nun könnte man es sich ja hier irgendwo vor einem der Großmonitore gemütlich machen, aber nein, diesmal will ich so nah ran wie geht - also den Marsch durch die Menge angetreten, die sich dann als so eng gar nicht erweist. Man kann recht gut bis nach vorne gelangen, wo dann Gitter die Monitor-Glotzer von den Live-Besuchern trennen.
Jetzt kommt der schlimmste Teil des Gedränges - denn wer in den inneren Kreis an der Siegessäule am Großen Stern will, der muss durch so ein Kontrollzelt, mit Metalldetektoren und Taschenkontrolle.


Und leider haben die das sehr wenig optimiert! ![]()
Kotz, dauert das lange, bis es hier vorwärts geht…! Man braucht etwa 45 Minuten für 4 Meter in der Schlange…! Zum Glück sind die Leute recht heiter und gelassen. Aber so ein bisschen genervt sind wir schon, zumal 19:00 näher rückt, als ich noch VOR dem Zelt stehe.

Der orangene Mülleimer vor dem Zelt.
(man beachte den “Spiegel ” mit der “Obama-Superstar”-Überschrift!
Aber, gerade wenn die Laune tiefer sinkt, da kommt von irgendwo ein Lichtlein her…
Nachdem die unvermeidlichen “Reamon” zuende gespielt haben (ich glaube, das waren sie), wird Konserve aufgelegt. …ist es Zufall, dass da “Sympathy for the devil” gespielt wird von den Stones….? ![]()
Und dann, als ich endlich in dem dummen Zelt bin, gibt’s Bowie mit “Let’s Dance” in Maxiversion. Da ging’s mir trotz fiesem Gedränge schon besser. Aber, Ihr seht daran, wie lange all das gedauert hat, die Maxi-Version ist gerade fertig, als ich endlich entlassen bin und zur Siegessäule laufe.

Puh! Der Blick zurück: Hinter der Kontrolle wird’s luftig!
Da ist es nämlich dann gar nicht sooo voll… man kann recht gut herumlaufen, wenn es natürlich vor dem Redepult dicht wird und ich die Kamerahand etwas strecken muss, um Bilder zu machen.

Die verlassene Bühne für das Vor-Programm.

Hier sieht man die Tribüne für die Pressefritzen und Mediaheinze.
Und zum Glück kommt Mr. Obama ja auch etwas verspätet.
Wau! Da geht dann wirklich kurz ein Anflug von Massenhysterie durch die Menge, als er vor der Siegessäule erscheint und zum Rednerpult schreitet. Hui, kurzes Gejohle und Applaus und alle recken ihre Kameras… (ich auch)
Aber sonst, muss ich sagen, hielt man sich massenpsychotisch eher zurück. Einige Stimmen in meiner Umgebung sind auch durchaus kritisch:
“Ja, jetzt ha’m wir ihn gesehen, jetzt können wir ja wieder gehen.”
- zumal die Soundanlage ja SOWAS von Scheiße ist. Man versteht kaum ein Wort und hört stattdessen Echos vom Lautsprecherturm gegenüber.
Ich höre nur ein paar Mal “People of Berlin” und “Look at Berlin” und “the Wall” – dann “9/11″ und die “Terrorists”, und dann noch das Verhältnis von Europa und Amerika. Aha. Die Worte “Irak” und “Afghanistan” dürfen auch nicht fehlen - hab ich auch “Pakistan” gehört?
Ich vermute, hier wird eine transatlantische Einigkeit beschworen, die gerade verlustig zu gehen drohte…? Wofür man sehr gut den fiesen Herrn Bush verantwortlich machen konnte?
Ja, nun aber, mit dem neuen Sympathieträger an der Seite kämpft es sich doch gleich viel frischer in Afghanistan!
Nichts neues also auch hier?
Nun am besten ist, man liest die Rede. Sie ist schon im Web zu finden:
Ich muss aber selbst noch mal genau lesen + analysieren. Vielleicht täuscht meine selektive Wahrnehmung ja auch
Allerdings, ich glaube nicht, dass hier, in dieser halben Stunde Rede eines Kandidaten irgendjemand etwas Weltbewegendes erwartet hat (ob er sie selbst geschrieben hat?).
Denn das ganze war insgesamt eine recht seltsame Veranstaltung! Eher Pflicht als Kür für die Kameras auf der festlich beleuchteten Tribüne gegenüber - und da saßen neben den üblichen Verdächtigen von ZDF und ARD sicher auch US-Journalisten, für die die Rede bestimmt mehr gedacht war als fürs Publikum.
So würde ich die ganze Veranstaltung eher als Wahlkampf für die Heimat betrachten, denn irgendwie war es auch so seltsam steril, eine Inszenierung wie für einen Film, alles nach Drehbuch.
Und wir waren die Statisten im Publikum.
Zum Publikum: Nun, es sind viele Englisch-sprechende und auch viele schwarze Leute darunter, einige Fans mit T-Shirt und Schildern und aber auch ein paar Leute, die Kritische Plakate mit sich führen. Der Altersdurchschnitt ist eher jung als alt, die Pop-Konzert-Assoziation bleibt weiterhin aktuell.



T-Shirts von Fans
Fotos:

Aus dieser hohlen Ecke muss er kommen…

Da! Ist er!

Gesamtansicht: Links die Bühne mit dem Rednerpult, gegenüber die Presse.




(mit Moltke)




Nach etwa einer halben Stunde ist alles vorbei…
– aber da vorne, da soll er noch herumlaufen! Alles reckt sich!
(ich hörte sogar “Zugabe”-Rufe - wow!)

Schluss ist!

Das verlassene Rednerpult

Die Kameras

Die CBS nutzt die Gunst der Stunde und macht sogleich Passanten-Interviews

Und alles wird gleich in die Welt gesendet.

Man verlässt den Platz

Die Strasse der Dixis

Die Kontrollzelte sind jetzt auch leer mit ihren Tonnen
Und noch mehr Bilder:


Dicke Polizisten

Polizei auf der Siegessäule

Secret Service ?

Die Veranstaltungs-Regeln

Obama auch for Kanzler

Raus aus Afghanistan!

Weg mit der Todesstrafe!

change..? (really?)

Bring the troops home

Vote BO!
Obama-Mania?
Naja, bei mir zumindest nicht, ich war ganz einfach neugierig - wie viele andere sicher auch. Aber die dennoch vorhandene popstarige Verehrung hat mich etwas befremdet:
Nein, man soll nicht Politik und offizielle Machtpolitik mit Popstarismus vermauscheln. Damit haben wir hierzulande doch schon mal böse Erfahrungen gemacht…
Nun will ich Herrn Obama nicht gleich etwas Böses unterstellen und ihn auch nicht in einem Atemzug mit unserer bösen Vergangenheit genannt haben (*hüstel*), aber die Mechanismen funktionieren halt immer noch.
Aach… Parallele zu Kennedy? hihi, lustich, dass die Russen gerade mal wieder eine Raketenstationierung in Kuba erwägen….
Aber mehr Parallelen ziehen wir jetzt mal nicht.
……………………………..
Und, wen es interessiert: So sieht vermutlich ein Wähler-Registrierungsformular in den USA aus..?
seite 1 + seite 2
Gelöbnisaufstellung!
Montag, Juli 21st, 2008So dachte ich gestern früh, einmal die Vorbereitungen für das Bundeswehr-Gelöbnis in Augenschein zu nehmen, und als ich gegen 12:00 Uhr von Alt-Moabit kam, da fand ich schon die Hauptverkehrswege abgesperrt.
Doch über das Fußgängerbrücklein kommt man noch durch, ja, ganze Touristenströme laufen noch in Richtung Reichstag. Ich geselle mich dazu.

Einen Spielfilm könnte man drehen hier -
Deutschland in der Ölkrise. Harhar.

Überall sieht man sie, die Polizeiwagen, grüne und blaue. Wir wissen ja, in wenigen Jahren soll die Polizei der Welt in Einheitsblau aufmarschieren.
In meinem Foto-Beuteschema ist aber nach wie vor das Froschgrün verankert. Die blauen Fahrzeuge übersehe ich fast.

Ohne Probleme spaziere ich zum Reichstag und beobachte friedlich die Aufbauten, während da noch eine Schlange Touristen für die Reichstagskuppel Einlass begehrt…

Ich sitze ein Weilchen auf der Mauer vorm Reichstag und beobachte die Aufbauten und das Säubern des Platzes. Ob das wohl 1-Euro-Jobber sind? Oder handverlesene Experten?
Jedenfalls darf offenbar kein Stäublein auf dem bedrohten Rasen (?) liegen bleiben.
Belausche ein wenig Passanten und Polizisten, wobei mir ein hübsches Wort zu Ohren kommt. Es sei alles abgesperrt, so sagt der Polizist ins Funkgerät, es gebe nur noch “abfließenden Verkehr”. Ah ja, der Pöbel darf gehen.

Gegen 14:00 Uhr wird die Kuppel geschlossen. Es leert sich, und weil es langweilig ist, mache ich mich auch auf den Weg, geselle mich zum “abfließenden Verkehr”.

Als ich es wage, die menschenleere Strasse überqueren zu wollen, werde ich schon zurückgepfiffen. Nein, da geht es nicht mehr lang! Nur noch eine Richtung!
Dummerweise genau die eine Richtung, die maximal falsch ist für meinen Heimweg. Super. Diskutieren hat keinen Sinn. Diese Uniformierten sind ja immer so lange scheißfreundlich, wie man ihnen gehorcht. Auch beherrschen sie wunderbar die Überzeugung durch stete Wiederholung.
Ich habe keine Lust auf Zank, ärgere mich aber und gehe den Umweg. Man führt uns durch die Dorotheenstrasse bis zur Wilhelmstrasse. Von dort geht’s dann wieder zum Brandenburger Tor. Hier ist alles voller Touristen, als wäre nichts. Oder doch?

Das Brandenburger Tor ist wieder mal zu.
Den Heimweg nehme ich dann durch den Tiergarten. Denn der ganze 17.Juni ist gesperrt. Selbst im Tiergarten ist leicht zu überwindendes weiß-rotes Band gespannt.

Beinahe auf der Höhe von Bellevue kann man endlich wieder auf die Strasse. Dort auch Absperrung. Ein Polizist erklärt Passanten, dass auch der Tiergartenbereich später ganz und gar abgesperrt wird.
Ich mache mich aus dem Staub. Das Gelöbnis selbst sehe ich mir dann lieber im TV an. Geht ja auch nicht anders.
Das Gelöbnis
Originaltext:
„Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“
Stört uns etwas daran? Das Wörtchen “tapfer” vielleicht? Ich meine, nicht, dass es fehl am Platz ist, ein Soldat sollte tapfer sein, nicht? Aber ist es nicht vielleicht überflüssig? Denn gehört das nicht per se zum Begriff des “Soldaten”? Das Wort “treu” ist fast genauso überflüssig, aber nicht ganz so. Denn es gehört nicht unbedingt zur den implizierten Eigenschaften eines Soldaten… (nur am Rande).
Auch ist hier sehr deutlich von „Verteidigung“ die Rede. Da wird noch drüber zu Reden sein, von wegen Hindukusch. Ich höre, wie die Balken sich biegen.

Hier die Fahne. DIE Fahne, Ihr wisst schon, die vom 3. Oktober. Schande aber auch, dass wir Deutschen ein so prosaisches Verhältnis dazu haben - Für mich nur ein farbiges Stück Stoff. In Amerika ist die (deren) Fahne heilig, was mir auch seltsam anmutete. Und die Nazis hatten die berüchtigte “Blutfahne”. Nein, so was will ich gar nicht mehr haben. Zum 3. Oktober 90 fehlt mir eh der Bezug, was für ein willkürliches Datum.

Und daneben die Europafahne. Ich frage mich da, wenn das Gelöbnis auf das Grundgesetz geleistet wird… welche Bedeutung hat dieses Grundgesetz eigentlich nach dem Vertrag von Lissabon? Werden künftige Rekruten in einer ja geplanten Gesamteuropäischen Armee ein Europäisches Gelöbnis ableisten? Worauf?
Das Grundgesetz wird eh bei jeder Gelegenheit geändert, wenn es unseren selbsternannten Eliten in den Kram passt – zuletzt bei der Sache mit den “Jobcentern” – flutsch! – eben mal so das Grundgesetz wieder geändert. Kann man das überhaupt noch ernst nehmen?
Auch das Konstrukt “Bundesrepublik” - Nicht, dass ich persönlich nicht schlecht darin gelebt habe. Aber, es ist und bleibt ein seltsames Konstrukt Nachkriegsdeutschland. Wo steht diese Bundesrepublik eigentlich völkerrechtlich? Ist Deutschland überhaupt ein souveräner Staat? Die Sache mit dem nicht vorhandenen Friedensvertrag mit den Alliierten nach dem 2. Weltkrieg gibt mir zu denken - das ist doch nicht einfach vergessen worden?
Ist, wie bei Wikipedia zu lesen, der 2+4-Vertrag, ein vollwertiger Ersatz?
Aber, egal, was für ein Konstrukt dieses Deutschland ist, was wird davon bleiben, falls dieses “Europa” so institutionalisiert wird wie bisher geplant? Vermutlich nur eine Ansammlung von Wirtschaftsstandorten? Also, sozusagen, geographische Regionen unter Konzerneinfluss?
Ich merke, ich habe doch etwas Gefühl für meine Nation.
Die Veranstaltung bleibt mir, dem aufgeklärten Kinde der 70er und 80er suspekt bis fragwürdig. Ist das Metaphysik? Religion? Eine Art “Heilige Wandlung”? Glauben? Oder was? Warum so feierlich? Was soll das ganze eigentlich?
Den jungen Burschen, die da hübsch uniformiert sicherlich einen “großen Tag” erleben, denen mag man nicht böse sein.
“Lasst Euch nicht missbrauchen”, so ähnlich äußerte sich Helmut Schmidt. Recht hat er.
Natürlich bekommen wir wieder die übliche Portion Selbstgerechtigkeit: “Parlamentsarmee”, so das entsprechende Neusprechwort. Denn wir sind so demokratisch und die Jungs leisten das Gelöbnis aufs Grundgesetz, nicht auf die Fahne.
Das stimmt alles, wobei diese Art Demokratie in Zeiten neoliberal-elitärer Unterwanderung dringend überprüft werden muss. Und solcherlei selbst-Beweihräucherung stößt mir übel auf. Könnte es sein, dass man vielleicht vor Bäumen den Wald nicht sieht? Oder die Motorsäge nicht hören will…?
Da wird die Gefahr von Rechts beschworen. Richtig. Aber welche Rolle spielen Parteien wie die NPD wirklich, die, wie man weiß, vom Verfassungsschutz bestens betreut ist?
Dienen Sie nicht dazu, dass wir einen braunen Popanz bekommen, vor dem wir uns erschrecken, während im Hintergrund im demokratischen Mäntelchen an einer “Neuen Weltordnung” gefeilt wird, über die sich nicht wir, sondern unsere Kinder und Enkel einmal sehr wundern werden: “Wie konntet Ihr DAS zulassen?”
Außerdem haben wir ja jetzt eine “freie Presse”, dies wird uns erklärt. Darüber könnte man sich auch weiter unterhalten. Freie Presse von Gnaden der Mohns und Springers…? Mit direktem Draht zu transatlantischen Geldgebern?
Wir wissen längst, die Zensur funktioniert heute anders als früher. Doch gerade im Internet ist sie in ihrer altmodischen, restriktiven Ausformung auf dem Vormarsch.
Es ist ein weites Feld. Ich fühle mich inzwischen wie in der Übergangsphase zu einer der bekannten negativen Utopien – wobei Leute wie ich selbst als Resultat der Bildungsoffensive der linken 70er gerade noch geduldet sind.
Unangenehm der Kommentator im TV. Die weitab im Bendlerblock ausgelagerten Proteste von “Gelöbnix” nennt er nur “die Störer” und betont, wie schön und feierlich doch dieser Moment hier sei, vor dem Reichstag. Und wie sehr da die “Störer” doch stören würden.
Nun, auch ich verspüre wenig Lust auf ebenfalls ritualisiertes Protestieren, vor allem, wenn es so weit weg ausgelagert ist und nur kurz in den Medien erscheint. Da kann man sich die Mühe wirklich sparen. Leute, nutzt andere Formen des Protests! Schreibt im Internet, vernetzt Euch, verbreitet die Nachrichten, klärt auf!
Und das mit dem Hindukusch, also das geht mir immer noch nicht in den Kopf? Wird da meine Freiheit verteidigt? Wie deckt sich dies mit dem Grundgesetz? Bin ich von Afghanistan aus attackiert worden? Da müsst Ihr mein Gehirn unbedingt noch weiterwaschen. Das habe ich noch nicht gefressen.
Oha… ach, so, jaja… Osama und die 19 Räuber, haben an 9/11 ja uns alle angegriffen… aus den afghanischen Höhlen… ladiladiladiladadada… und wenn sie nicht gestorben sind…
Wenigstens wurde auch eingestanden, dass die Bundeswehr keine Verteidigungsarmee mehr ist sondern in “Friedensmissionen” eingesetzt wird. Was auch immer alles darunter fällt. Wir wissen ja, Krieg bedeutet Frieden…
Bemerkenswert fand ich die Äußerung von Altkanzler und Bohemian-Grove-Fan Helmut Schmidt, dass wir Deutschen leider kein sehr friedfertiges Volk sind…
Das lässt Übles ahnen für die Zukunft.
Gesellschaftlichem Fortschritt wird eine Absage erteilt. Oswald Spengler hat doch recht. Es wiederholt sich alles. Weltreiche kommen und gehen. Kriege bleiben.
Und der 3. Weltenbrand ist in Vorbereitung.
Ich sehe die Rekruten mit ihrer Fahne und wie sie geloben und ich höre sie die Nationalhymne singen und muss unmittelbar an die gerade gewesene Fussball-EM denken. Fahneschwenken und Nationalhymne. Wir üben schon mal.
Ich fürchte vor uns liegt eine Phase verstärkter Militarisierung. Auslandseinsätze werden sich häufen, Zinksärge nach Hause kommen, verarmte und mit Absicht verdummte Bevölkerungsschichten ihr Heil im Dienst an der Waffe suchen. Wir werden mehr Militär in der Öffentlichkeit sehen und in den Medien. Die Bevölkerung wird das nicht mehr hinterfragen, sie wird es hinnehmen, weil es langsam geschieht. Salamitaktik hat sich immer bewährt. Außerdem sind die Leute immer mehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt. Da wird nicht mehr viel diskutiert werden. Hauptsache Arbeit, nicht? Vielleicht werden sie sogar Fähnchen schwenken und die Nationalhymne singen.
So macht man aus Bürgern Untertanen.
Und ich muss daran denken, wie wir genau hier 1995 saßen, als Christo und Jeanne Claude den Reichstag verhüllen durften… als hier die fliegenden Händler flogen und die jungen Leute mit Gitarren und Picknickkorb tagten…
Die Zeiten haben sich geändert. Und manchmal wünsche ich mir, 300 Jahre alt zu werden, um das alles besser zu überblicken und zu durchschauen. Die sogenannte “Schnelllebigkeit unserer Zeit” ist eine Illusion der Moden und Gadgets. Die Mühlsteine der Zeitgeschichte mahlen so langsam wie eh und je.
zum 20. Juli
Nach einer Stunde im TV ist alles vorbei. Und ich frage mich: Ist es das wert? Für eine Stunden fragwürdigen Ringelpietz vorm Reichstag einen ganzen Tag lang die halbe Stadt absperren? Oder ist es nur eine Show für die internationalen Medien? Zeigt man davon etwas in den USA zum Beispiel? Für Mr. Obama, der am Donnerstag vorbeischaut und mehr Deutsche in Afghanistan sehen will?
Und was soll die Verquickung des Gelöbnisses mit dem Hitler Attentat von 1944? Soll damit dem “kritischen Soldaten” gehuldigt werden? Der, der notfalls auch den Befehl verweigert? Und dazu per Gelöbnis aufs Grundgesetz das Recht zum Widerstand eingeräumt bekommt?
Hoffen wir, dass sie zu geeigneter Zeit daran denken!
Außerdem wäre es schön, wenn die Idioten, die in Afghanistan mit Totenschädeln Fussball spielen und ähnlichen Freizeitbeschäftigungen frönen, sich im Moment finsterer Versuchung des Gelöbnisses erinnerten und innehalten würden? Ja, dann hätte es wirklich einen Sinn! (wobei wir vermuten, dass in Afghanistan keine Wehrpflichtigen sind, sondern Berufssoldaten, die kein Gelöbnis sondern einen Eid geleistet haben, dessen Wortlaut aber sehr ähnlich ist.)
Liegt hier vielleicht wirklich das Erbe des 20.Juli 44? Was immer man von diesem ja durchaus elitären Widerstand hält und wie auch immer man ihn historisch einordnet - Tatsache ist, dass da Individuen ihr Gewissen befragt und sich dann gegen die Regeln gestellt haben, auch wenn Sie dafür einen hohen Preis zahlen mussten - bis hin zu einem potentiellen Selbstmordattentäter (oops!) wie Freiherr von Gersdorff (Wobei man jetzt eine generelle Diskussion über allgemeingültige Definitionen von Tyrannenmord, Freiheitskampf, Krieg und Terrorismus anstellen könnte).
Gleiches gilt natürlich auch für die Geschwister Scholl oder Georg Elser.
Dies ist die Lehre, die ich daraus ziehe: Egal, wo man tätig ist, ob im Frieden oder im Krieg, ob beim Militär oder im Büro, in der Fabrik oder in der Unternehmensberatung oder an der Börse – passt auf, dass Ihr immer dem Blicke Eures Spiegelbildes standhalten könnt.
Stellt Euch gegen die Regeln, wenn Euer Gewissen das befielt (so Ihr noch eines habt) - auch, wenn es Euch Geld, die Karriere, Ansehen, Status, das Leben kosten kann. Vielleicht ist es nicht immer möglich, vielleicht ist der Einsatz es nicht immer wert, vielleicht ist man auch nur zu schwach. Aber man muss wenigstens darum ringen.
Es gibt zu viele Kleingeister, Opportunisten, Karrieristen, Elitisten und verkappte Despoten unter uns, die nur darauf warten aus den Löchern zu kriechen und Bevölkerungsgruppen auszusondern und zu diffamieren, sobald diese zum Abschuss freigegeben sind. Und mit letzterem sind wir leider viel zu gut.
In diesem Sinne…

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- - - - - - - ERGÄNZUNG, September 2008 - - - - - - - -
Kostenerstattung ist laut Bundesregierung nicht vorgesehen
Das erste Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag am 20. Juli hat fast eine Million Euro gekostet. Das teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mit. Auf das Land Berlin Kosten entfallen in Höhe von 800 000 Euro für den Polizeieinsatz. Eine Kostenerstattung ist laut Bundesregierung nicht vorgesehen. Angesichts hoher Verschuldung und wachsender Armut sei dieser «unsinnig teure Soldatenaufmarsch» absolut ungerechtfertigt, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke….
–> http://www.b2b-deutschland.de/
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Happy 4. Juli*) -Eröffnung der neuen US-Botschaft
Samstag, Juli 5th, 2008Wollte mir gestern etwas Schwefel um die Nase wehen lassen und machte mich auf zur Einweihung der ominösen neuen US-Botschaft am Pariser Platz in Berlin - in Anwesenheit von Super-Angie und dem Ober-Illuminaten George Bush senior (der neben vielem anderen vor allem auch G.W.Bush junior verbockt hat).

Tja, mit dem Schwefel war’s dann nichts, der Herr hatte ein Einsehen und die Höllenfeuer mit großzügigen Sturzbächen frischen Regenwassers hinweggewaschen.
Auch direkte Einblicke waren fürs gemeine Volk nicht zu erhaschen. Die neuen alten Eliten geben sich nicht gern volksnah. Ist ja auch zu gefährlich, wenn man sich so unbeliebt gemacht hat wie sie.

Wir müssen leider draußen bleiben.
Großzügige Absperrungen trennten die Plebs vom Spektakel.
Nur geladene Gäste durften sich bis vor die Tribüne auf der anderen Seite des Brandenburger Tores begeben - angeblich um die 4000 Personen (wer da wohl zugehörte? Und warum?).
Hier sieht man die Zelte mit den Durchgangsschleusen:

Man kann hier unscharf die Nummern erahnen, die offenbar die Besucherströme lenken. Dahinter sind so metallene Rahmen – Waffendetektoren? - Keine Ahnung.
Jedenfalls wurden diese Dinger später rausgetragen und in einem Zelt auf der Seite aufgestapelt, wohl damit das Rausgehen schneller geht.
Für’s Volk gab’s einen Großbildschirm:

Allerdings war nicht viel Volk anwesend, gewiß wetterbedingt. Eigentlich suchte ich nämlich eine im Web vor 4 Wochen angekündigte Demo, doch fand sie nicht. Die Revoluzzer sind leider auch wasserscheu heutzutage.
Nur vereinzelt vernahm ich despektierliche Rufe wie “Go Home!” und einige der Leute hinter der Absperrung sahen durchaus nicht aus wie das typische Jubelvolk. Doch insgesamt war der Protest eher dezent - aber wer spricht schon gern zu Großbildleinwänden? (auch ich neige ja nicht so zum lauten Protest sondern dokumentiere lieber).
Als ich kurz nach 18:30 Uhr am Brandenburger Tor vorfuhr, kam ich gerade rechtzeitig zur Begrüßung der Ehrengäste Angie+George an.
Dann wurden beide Nationalhymnen geblasen und das Volk (auf der anderen Seite) sehr deutlich aufgefordert, seinen Arsch von den Sitzplätzen, sofern vorhanden, zu erheben. Ich überlegte da, ob ich nicht wieder auf mein Radel mich schwingen soll, von dem ich gerade abgestiegen…
Inhaltlich strapaziere ich Euch jetzt mal nicht allzu sehr. Es redete lange der Botschafter der USA, Timken. Danach Bush+Angie.
Hier ein paar Impressionen vom Videomonitor:





Die blonde Dame ist Frau Timken.
Es wurde viel erzählt von der engen Freundschaft der USA und Deutschlands, von Freiheit, 4. Juli, Marshallplan, Luftbrücke, ischbineinberliner und Mauerfall…
Nix Neues im Westen also.
Super-Angie hielt sich treu ans Drehbuch und bedankte sich artig und versicherte die grauen Herren ihrer Loyalität: “Lieber George Bush”…. und sie zitiert einen Ausspruch von Mr. Bush aus dem Jahr 89: “Partnership and Leadership” …ja, was meinte er da nur? [das bleibt vorerst im Dunkeln, aber wir bleiben dran.]
Interessant wurde es, als sie in die Zukunft schielte… und da spitzten sich auch meine Öhrchen ein wenig:
- Terrorismus + Verbreitung von Massenvernichtungswaffen müssen verhindert werden [=besonders im Iran, vermute ich]
- Energieversorgung muss gesichert werden [=notfalls durch unfreiwilligen Export?]
- Gegen “Hassparolen” im Internet muss man vorgehen [=das böse Web muss kontrolliert werden!]
- Auch muss man sich in Krisengebieten einsetzen, notfalls auch militärisch [=Auf, auf, zum Hindukusch!]
- Europa will die militärischen Fähigkeiten ausbauen [=Aufrüstung, siehe Lissabon-Vertrag] -und das nicht in Konkurrenz zur Nato, sondern zur Ergänzung+Stärkung der Transatlantischen Partnerschaft [=also wie war das mit “Leadership + Partnership”?].

brav gemacht! :)
- Schließlich sollen Handels und Investitionshemmnisse zwischen EU und USA abgebaut werden [=Also, was schon in der EU nicht klappt bzw. nur für Chaos, Qualitätsverschlechterung und Verarmung sorgt, soll zwischen USA und EU ausgeweitet werden?]. Dazu wurde, hört hört, kürzlich der “Transatlantische Wirtschaftsrat” ins Leben gerufen [darüber wird sich noch zu informieren sein!]
- Außerdem war natürlich noch vom Modethema Klimawandel die Rede [=glaubt Ihr, denen ginge es wirklich ums Klima?]
- Und Hunger+Elend der Welt wurden auch kurz erwähnt [= was sicher längst Geschichte sein könnte, mit ein bißchen gutem Willen]…
- Ach, nur am Rande - es fiel mir auf, dass nach dem Blick in die Historie das Thema “Deutschland” abgehakt war. Madame Angie sprach fortan nur noch von und für “Europa”… was das wohl bedeutet? [- ohne, dass man jetzt in die braune, rechte Ecke geschoben wird!]
Da ich heute abend feststellen musste, dass auf Phönix-TV ausgerechnet dieser interessanteste Teil der Rede NICHT gezeigt wurde, hab ich ihn mal fix hochgeladen:
http://uk.youtube.com/watch?v=ep3-WUyFGXY
(Leider war meine SD-Karte voll, deshalb bricht’s ab.)
Hier sehen wir sie nun, die neue Botschaft, zwischen Brandenburger Tor und Holocaust-Mahnmal gelegen.
Man nennt sie auch den “Wachturm”.
Angeblich weiß niemand, was sich im 2. und 3. Stock befindet…
[Har! Zeit für meine Video-Drohne!]

Bei der Botschaft selbst fand nichts statt heute!
[kein Tag-der-offenen-Tür oder so
]
Die Dixi-Batterie im Matsch gegenüber:
(Woodstock war nichts dagegen)

Interessant auch, dass man sich “bei den Sponsoren” bedankte. Wen meinte man? Die Freundschafts-Vereine, die die “Fanmeile” vor dem Brandenburger Tor gestaltet haben?
Oder die hier?

Man munkelt, Chrysler sei so gut wie pleite. Die US-Autoindustrie liegt am Boden. Versuchen sie nun, hierzulande ihre Spritfresser zu loszuwerden?
Ansonsten sah es recht traurig aus. Das tut einem natürlich Leid für all die armen Leute in den Buden - aber wie man hört, soll das Fest ja erst morgen steigen, und dann, ohne Bush, ist das Wetter vielleicht besser


Es endete dann mit Orchestermusik (George Gershwin) und solchen Bildern:

Die geladenen Gäste verlassen nun den Ort des Geschehens…

…sie trugen alle weiße Beutelchen mit Aufdruck.
Hätte gern gewußt, was da drin ist.
…und hier kommen die Limousinen der VIPs:

Da ich mittlerweile völlig durchnässt war und um meine Kamera bangte, zog ich mich nun auch zurück.

Ein Blick auf das Feuerwerk der Marke “Flash Art” des Abends:

…noch am Boden sich befindend, im Hintergrund ein russischer Panzer… (ich weiß nicht, ob es noch gezündet wurde)
Ein Graffito, das ich auf der Rückfahrt sah:

…………
Bush hat außerdem den “Henry-Kissinger-Preis” bekommen!
Darauf kann man sicher mächtig stolz sein.
…………
Zwei Artikel darüber, wie erfolgreich die US-Ökonomie ist und so zum Vorbild für die Welt taugt:
http://www.zeit-fragen.ch/
http://www.tagesschau.de
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*) Nein, ich pflege keinen Antiamerikanismus, aber ich halte es da mit David Bowie: “This is not america”… es gibt auch ein anderes Amerika, was wir nicht zuletzt auf vielen, guten Webseiten und in Kunst und Kultur finden… (ob Mr. Obama dazu gehört, wissen wir noch nicht) - Also einen schönen 4. Juli! ![]()


